Stadtarchiv – Historisches

Kurstadt Bad Liebenwerda und Ortsteile und deren Geschichte

Unsere Stadtgeschichte in Auszügen:

Übersicht Chronik

Burxdorf – Dobra – Kosilenzien – Kröbeln – Langenrieth – Lausitz – Maasdorf – Möglenz – Neuburxdorf – Oschätzchen – Prieschka – Thalberg – Theisa – Zeischa – Zobersdorf

Langenrieth und Burxdorf waren vorher schon in Neuburxdorf eingemeindet. Sie wurden im Laufe der Zeit ebenfalls als eigenständige Ortsteile behandelt. Die Bevölkerungszahl der Stadt wuchs von 5.940 auf 10.780 Bewohner.

Quellen: Unterlagen Stadtgeschichte, Auszüge Stadtchronik · Aufgestellt November 1992, Walter Hartwig (1997 verstorben), Weitergeführt 2000 Michael Ziehlke Stadtchronist

1200-1899

Unsere Stadtgeschichte von 1200 bis 1800

BurgLiebenwerda wird 1231 unter Vogt Otto von Ileburg erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit muss es bereits eine Kirche und einen Pfarrer gegeben haben. In einer Urkunde aus dem Jahre 1304 ist der Ort unter dem Vogt Bodo von Ileburg als Stadt bezeichnet worden. Darin heißt es u.a.: „…in unserer Stadt Livenwerde…“ (in nostre civitate Livenwerde). Einwandernde deutsche Ansiedler fanden im Stadtwinkel eine slawische Fischersiedlung vor.

Im Osten stand ein Kastell auf einer Elsterinsel. Diese Burg ist vermutlich im 12. Jahrhundert entstanden. Liebenwerda muss eine nicht unbedeutende Rolle auf religiösem Gebiet gespielt haben. Außer der Burgkapelle und der Stadtkirche waren in der Nähe der drei Stadttore noch drei Kapellen vorhanden. Herzog Rudolf stiftete zahlreiche Heiligtümer aus dem heiligen Land, was wiederum im 15. Jahrhundert zahlreiche Pilger anlockte. Die Wallfahrten begünstigten natürlich auch durch den Handel die wirtschaftliche Entwicklung. So entwickelte sich dann daraus ein umfangreiches Marktwesen. Eine völlig neue Veränderung erfuhr, von 1568 – 1579, die Burg durch umfangreiche Baumaßnahmen zum späteren Schloss. Das Schloss ist oft von sächsischen Kurfürsten zu Jagden besucht worden. Größere Schlossbrände gab es 1733 sowie 1888.

LiebenwerdaIn der Mitte des 16. Jahrhunderts breitete sich in unserem Gebiet die Reformation aus. Dr. Martin Luther traf sich 1519 mit dem päpstlichen Notar Miltitz in Liebenwerda zu einem Gespräch. 1544 führte er den ersten Superintendenten Gilbert in sein Amt ein. Bereits 1366 wird das Innungswesen der Handwerker in der Stadt erwähnt.

Während der Kipper- und Wipperzeit (1621 -1623) gab es im Bereich der heutigen Dresdener Bank eine Münzprägestätte.

Am 26. Mai 1634 wurde der Bürgermeister E. Borßdorff von schwedischen Soldaten zu Tode geschleift. Brände größeren Ausmaßes ereigneten sich in den Jahren 1458, 1487, 1530, 1637 (große Brandschatzung), 1642, 1798 und 1824 (Teil des Rossmarktes).

Infolge der Zerstörung während des 30jährigen Krieges waren um 1663 wieder 105 Häuser hergerichtet.

Aus dem Jahre 1697 wird berichtet, dass es im Ort 5 Bäcker, 4 Tuchmacher, 3 Leinweber und 44 andere Handwerker gegeben hat; 312 Fass Bier seien gebraut worden.

KircheWährend des Siebenjährigen Krieges belegten preußische Truppen die Stadt mit hohen Kontributionen. Weil der sächsische Landesfürst sich 1806 mit den Franzosen verbündet hatte, wuchs der Zorn der Liebenwerdaer Bürger. Einem angesetzten Friedensfest zu Ehren des proklamierten Königs verweigerte die Mehrzahl der Bürger ihre Teilnahme. Im Jahre 1813 zogen die geschlagenen Franzosen durch die Stadt und nach anfänglicher Genugtuung über deren Niederlage empfanden die Bewohner der Stadt große Vorbehalte gegenüber den Preußen wegen ihres Auftretens. Ab 1816 wurde Liebenwerda preußische Kreisstadt.

Im Jahre 1836 wird von 30 Handwerkszweigen gesprochen.

PferdemarktMit der bürgerlichen Revolution hielt ein Freiheitsbezogener Geist Einzug. An der Spitze dieser Bewegung standen Rektor Jülich, Buchdrucker Conrad, Senator Bormann und Theodor Echtermeyer. 1848 brannte das alte Schulgebäude ab; danach begann der lang ersehnte Neubau.1874 ist die Bahnstrecke Falkenberg – Kohlfurt eröffnet worden. Zugleich wurde die Gemeinde Stadtwinkel eingemeindet.

1883 wurde die katholische Herz – Jesu – Kirche eingeweiht. 1882 eröffnete R. Reiss seinen Betrieb zur Herstellung von Instrumenten der Vermessungs- und Zeichentechnik. Danach erfolgte eine angemessene Industrialisierung.

1900-1999

Unsere Stadtgeschichte von 1900 bis 1999

Altes Moorbad1905 eröffnete das Moorbad den Kurbetrieb. 1912 erfolgte die Eingemeindung der Kolonie Maasdorf (ab Schützenhaus bis Ortsausgang). 1939 folgten Neudobra und Weinberge. 1914 erlebten die Einwohner ein großes Heimatfest. Im 1. Weltkrieg starben 65 Bürger an den Fronten. 1925 ist der Stadt der Titel „Bad“ durch den Regierungspräsidenten des preußischen Staatsministeriums verliehen worden.

Mit der Machtübernahme durch die NSDAP wurden die demokratischen Grundprinzipien abgebaut, auf allen Gebieten wurde das einheitliche Führungsprinzip angewandt.

In der Zeit von 1934 – 1939 vollzog sich durch den Siedlungsbau zwischen der Riesaer Straße sowie der jetzigen Friedrich – Engels – Straße bis Ortsausgang nach Oschätzchen die Ausdehnung des Stadtgebietes.

Nr. 13 KreisblattIm 2. Weltkrieg starben mehr als 300 Bürger; Pfingsten 1944 entging die Stadt einer Zerstörung durch einen Luftangriff, da die Bomben nur das südliche Randgebiet berührten.

Am 23. April 1945 besetzten Sowjettruppen die Stadt. Während der 40jährigen sozialistischen Planwirtschaft wurden in den Bereichen der Kultur, des Sports, des Bildungs- und Gesundheitswesens zweckdienliche Objekte geschaffen. Große Defizite gab es auf dem Gebiet der industriellen Modernisierung, der Stadtentwicklung und des Umweltschutzes.

Nach einem Aufruf der evangelischen Kirche, leitete am 3. November 1989 eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Reden statt Randale“ in der Sankt Nikolai Kirche die Wende in Bad Liebenwerda ein. In der Kirche fanden ca. 2 000 Menschen Platz. Durch eine Übertragung nach draußen konnten auf dem Marktplatz noch einmal ca. 3 000 Bürger die Diskussion mit erleben. In ruhiger und sachlicher Diskussion wurde zum ersten mal kritisch zu den vergangen 40 Jahren SED-Regierung Stellung bezogen.

Die seit vielen Jahren bestehende intensive Verbindung zwischen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinden Bad Liebenwerda und Lübbecke (Nordrhein Westfalen) gipfelt 1990 in der Partnerschaft beider Städte. Die feierliche Urkundenunterzeichnung wurde am 26. Mai 1990 vollzogen.

RheumaklinikWie für viele Betriebe und Einrichtungen in unserer Region, so kündigt sich auch für das Moorbad in der Wendezeit das „Aus“ an. Die Schließung konnte zum Glück 1991 durch die Privatisierung des Eisenmoorbades verhindert werden. Neben dem alten „Eisenmoorbad“ öffnete dann 1993 die neue Rheumaklinik ihre Pforten für die Kurgäste aus ganz Deutschland. Modernste Therapiemöglichkeiten wurden angeboten.

1993 Kreisstadtverlust der Stadt Bad Liebenwerda durch Zusammenlegung der Kreise Finsterwalde, Herzberg und Bad Liebenwerda.

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform vergrößerte sich die Stadt 1993 um 15 Orte.

Neue Ortsteile von Bad Liebenwerda wurden:
Burxdorf – Dobra – Kosilenzien – Kröbeln – Langenrieth – Lausitz – Maasdorf – Möglenz – Neuburxdorf – Oschätzchen – Prieschka – Thalberg – Theisa – Zeischa – Zobersdorf

Langenrieth und Burxdorf waren vorher schon in Neuburxdorf eingemeindet. Sie wurden im Laufe der Zeit ebenfalls als eigenständige Ortsteile behandelt. Die Bevölkerungszahl der Stadt wuchs von 5.940 auf 11.733 Bewohner.

In der DDR – Ära gab es bereits eine Partnerschaft des damaligen Rates des Kreises und Gemeinschaften und Verbänden Bad Liebenwerdas zur polnischen Stadt Nowe Miasteczko. Eine neuerliche Zusammenarbeit beider Städte wurde im Mai 1993 angestrebt und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde geschah am 07. Mai 1994.

Vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in Potsdam, erhielt die Stadt am 30.09.1994 die vorläufige staatliche Anerkennung als Heilbad. Das war eine von vielen geforderten Voraussetzungen zum angestrebten Kurstadtstatus, denn es war erklärtes Ziel der Stadtverordneten, die Tradition als Heilbad fortzuführen.

DrillingsgeburtAm 24. April 1997 wurde das „Haus des Gastes“ von Ministerpräsident Manfred Stolpe eröffnet.

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss im Mai 1997 die Vergabe zur Planung, zum Bau, zur Finanzierung und zur Betreibung des Kurzentrums und den Kurortentwicklungsplan als Zielplanung der Stadt Bad Liebenwerda. Durch das Kurzentrum soll Bad Liebenwerda eine wirtschaftliche Perspektive für die Zukunft gegeben werden.

Der Kirchturm, der 1376 erstmals erwähnten, mehrmals zerstört und durch Blitzschlag niedergebrannten „Nikolaikirche“, wurde 1998 100 Jahre alt. Im November des gleichen Jahres beging die Volksschule ihr 150jähriges Jubiläum.

Am 26.November 1998 schenkte Pamela Tanneberger aus Bad Liebenwerda drei kleinen Mädchen das Leben. Die Stadt übernahm die Patenschaft für Mandy, Jessy und Nelly.

2000-2004

Unsere Stadtgeschichte von 2000 bis 2004

Echtemeyer BrückeAm 10. August 2000 wurde die neue Echtermeyerbrücke eingeweiht. Das 510 000 Mark teure Bauwerk überspannt bogenförmig den Mühlgraben. Die Brücke ist aus tropischem Bongossi-Hartholz gefertigt und hat eine Lebensdauer von 100 Jahren.

Im September 2000 feierte man ein großes Stadtfest unter dem Motto „75 Jahre BAD“. Es wurde dem 1925 durch den Oberpräsidenten der Provinzialverwaltung von Sachsen-Anhalt verliehenen Titel BAD und dem 200jährigen Bestehen des Rathausgebäudes gedacht. Ein prächtiger Festumzug begeisterte die zahlreichen Zuschauer aus nah und fern und war der Höhepunkt vieler Attraktionen des Festwochenendes.

Die Städtepartnerschaft mit Lübbecke bestand in diesem Jahr schon 10 Jahre und wurde bei dem Festakt entsprechend gewürdigt.

Herrn Dieter Voigt, der maßgeblichen Anteil an dem Zustandekommen dieser Partnerschaft hatte, wurde im Rahmen des Stadtfestes am 24.09.2000 die Ehrenbürgerschaft verliehen. Er ist nach Senator G. Wilhelm Hentschel (Verleihung im Herbst 1916), dem vom 1991 bis 1993 amtierenden Bürgermeister Heinz Tiemeyer (Verleihung am 27.01.1993) und dem 1997 verstorbenen Stadtchronisten Walter Hartwig (Verleihung am 09.11.1994), der vierte Ehrenbürger Bad Liebenwerdas.

Eine neue Wäldchenbrücke macht den Kurpark seit dem 5. Dezember 2001 attraktiver. Ebenso wie die vor einem Jahr eingeweihte Echtermeyerbrücke, wurde sie aus Bongossiholz gefertigt. Die bogenförmige Brücke fügt sich prachtvoll in die Kurparkgestaltung ein.

Am 21. Februar 2002 wurde durch symbolischen Spatenstich der Baustart für das Kurmittelzentrum vollzogen. Das als bundesweit konkurrenzlos bezeichnete Konzept dieser Anlage soll der Schlüssel zum Erfolg und somit der erste Schritt zur Profilierung Bad Liebenwerdas zum Kurort werden.

Das 30 Millionen Euro teure und 14 256 m2große Kurzentrum hat 71 000 m2 umbauten Raum, 1 058 m2 Wasserfläche innen, 456 m2 Wasserfläche außen und wurde im Sommer 2004 eröffnet. Der in ganz Bad Liebenwerda hörbare Baubeginn durch Rammarbeiten war am 6. Januar 2003. Viele interessierte Bürger verfolgen seitdem täglich die sichtbaren Fortschritte auf der Baustelle.

PostmeilensäuleEine Notiz von 1824 im Liebenwerdaer Archiv „Drei Fuder Steine von der Postmeilensäule zum Spritzenhaus fahren.“ war die Grundlage der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V. zur Aufstellung einer schon lange erwünschten Postsäule in der Stadt.

Dank vieler Sponsoren konnte sie am 13. April 2003 feierlich auf dem Rossmarkt enthüllt werden. Sie ist nun ein Teil des in Europa einzigartigen, von Kurfürst August II veranlassten, kursächsischen Postmeilensystems.

Am 04.12.2003 wird nach dem brandenburgischen Kurortegesetz Bad Liebenwerdas als „Ort mit Peloidkurbetrieb“ staatlich anerkannt!

Das Jahr 2004 stand ganz im Zeichen des 700 jährigen Jubiläums der Stadt. Die schon lange vorbereiteten Feierlichkeiten wurden zu einem großen Erfolg. Höhepunkt der Stadtfestwoche „700 Jahre Stadtrecht Bad Liebenwerda“ war das Wochenende vom 14. Bis 16. Mai 2004.

Stadtfest 2004Es begann mit einer historischen Ratssitzung, in der würdevoll die Gründungsurkunde der Stadt dem Bürgermeister übergeben und an die Historie der Stadt erinnert wurde. Bürgermeister Horst Große ernannte zudem Egon Norbert Schindel, den Hauptgesellschafter der „Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH“, zum Ehrenbürger der Stadt. Egon Schindel schuf durch die Gründung der „Bauer Fruchtsaft GmbH“ (1993) zahlreiche Arbeitsplätze und verbreitete den Namen Bad Liebenwerdas in Berlin/Brandenburg und weiteren Bundesländern.

Ev. festlicher Gang am Laubwart vorbei zur Eröffnung auf dem Marktplatz.

Das Festwochenende wurde von einem Mittelaltermarkt, Ritterspielen, Musik und Klamauk geprägt. Der prächtige Festumzug begeisterte Jung und Alt.
Das Fest übertraf alle Erwartungen, so etwas gab es in unserer Stadt noch nie!

Lausitz ThermeEin weiterer Höhepunkt des Jahres war die Fertigstellung des Kurmittelzentrums. Nach der Grundsteinlegung (14.05.2003) und dem Richtfest (10.10.2003) öffnete die „Lausitztherme Wonnemar“ am 17. Juli 2004 erstmals ihre Türen. Am Eröffnungswochenende kamen bereits 1700 Besucher. Von nun an gibt es in unserer Stadt Wellness, Fitness und Badespaß von früh bis spät.

Schlauchboote am WehrDie Einweihung des neuen Elsterwehrs im Dezember 2004 war ein wichtiger Schritt in Richtung Wassertourismus.

Das Wehr besitzt die ersten beiden offiziellen Kahnanlegestellen der Region.. Wassersportler können so das Wehr ohne Probleme überwinden. Darüber hinaus verfügt das neue Wehr über eine Otter- und Biberpassage und einen Fischpass. Über das Wehr verläuft eine Fuß- und Radwegbrücke, ideal für alle Radler und Spaziergänger.

2005 - 2015

Unsere Stadtgeschichte 2005 – 2015
Seit dem 5. März 2005 gibt es in der Kurstadt eine weitere Gesundheitseinrichtung: „Epikur“. Im Mittelpunkt der Lehre des griechischen Philosophen Epikur von Samos stand die Anleitung zur rechten Lebensführung: „Das höchste Glück ist die Lust am Leben. Ein Leben des klugen, zurückgezogenen Lebensgenusses“. „Sanare per motum – Heilung durch Bewegung“. Für „Heilen durch Bewegung und Ernährung“ bietet das „Epikur – Zentrum“ ein umfassendes Angebot an Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Prävention. Das Zentrum ist mit modernsten Untersuchungs- und Therapiegeräten ausgestattet. Auch für Freizeit- und Leistungssportler ist das Zentrum attraktiv. Die Kurstadt ist stolz darauf, dass mit dem Epikur – Gesundheitszentrum ein in Deutschland bisher einzigartiges Modell entstanden ist. Mit ihm werden die guten Kurtraditionen in unserer Stadt fortgeführt.

Workshops, Konzerte, Orgelvorstellungen, Ausstellungen, komplexe Thematiken der Orgelwissenschaft und ein Jubiläums – Festakt bestimmten u.a. die Tage der Orgelmusik und Orgelwissenschaft Ende April 2005 in Bad Liebenwerda, zu denen der „Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda“ die interessierte Fachwelt einlud. Ein hundertjähriges Firmenjubiläum und gleichzeitig 150 Jahre Orgelbau in Bad Liebenwerda sind ein ganz besonderer Anlass, die Tradition des Orgelbaus und die Orgelbaukultur der Gegenwart in der Landschaft des östlichen Mitteldeutschlands in das Blickfeld zu rücken.

Paddler auf der ElsterDie Städte Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück, Falkenberg und Mühlberg arbeiten seit langem gemeinsam an der Entwicklung des Tourismus – speziell des Gewässertourismus in unserer Region.

Die vier Städte bildeten einen „Gewässertouristischen Städteverbund“ und erarbeiteten ein gemeinsames Wassertourismuskonzept mit einem einheitlichen touristischen Wegeleitsystem, da die Schwarze Elster ein wichtiges Bindeglied zwischen vielen touristischen Angeboten ist. Das gemeinsame Wassertourismuskonzept basiert auf dem bereits 2002 von der Stadt Bad Liebenwerda erarbeiteten „Wassertourismuskonzept für die Stadt Bad Liebenwerda und die angrenzende Region“.

Bad Liebenwerda suchte damals den Kontakt zu Uebigau-Wahrenbrück, stellte das Konzept vor und fand mit der Nachbarstadt einen aufgeschlossenen Partner. 2005 schlossen sich die Städte Mühlberg und Falkenberg den wassertouristischen Initiativen an. Nur durch dieses gemeinschaftliche Wirken und Auftreten konnten die finanziellen Grundlagen, nämlich eine erfolgreiche Förderung der notwendigen Maßnahmen erreicht werden.

Gemeinsam wurden nun wassertouristische Angebote erarbeitet und umgesetzt, denn bis Ende 2007 sollen an der Schwarzen Elster, der Kleinen Elster, einigen Mühlgräben und der Kleinen Röder Anlegestellen, Bootslager und Wasserwanderraststationen errichtet werden.

Der Städteverbund wirkt zudem aktiv an der Entwicklung des Gewässertourismus in der Region Lausitz und Elbe-Elster in Verbindung der Elbe mit der Lausitzer Seenlandschaft mit.

Elster NatoureumMit dem am 19. August 2005 eingeweihten „Elster-Natoureum“ im Liebenwerdaer Ortsteil Maasdorf erhielt unserer Region einen weiteren touristischen Höhepunkt. In einer Natur-Erlebnis-Ausstellung kann man sich über die vielfältige Fauna und Flora der Umgebung informieren. Eine plastische Landkarte zeigt die örtlichen Besonderheiten, die topografische Beschaffenheit der Landschaft sowie die verkehrstechnischen Verknüpfungen aller Orte des Territoriums.

Dabei bewegt sich eine Miniatureisenbahn realitätsgetreu durch das gesamte Gebiet. Was drinnen in „klein“ zu sehen ist, überrascht draußen in „groß“. Zu Fuß kann man das Gebiet zwischen Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Falkenberg und Doberlug-Kirchhain durchqueren. Flüsse, Teichlandschaften und befahrenen Eisenbahnstrecken breiten sich vor dem Besucher aus. Das und noch zahlreiche weitere Darstellungen lassen für Klein und Groß einen Besuch im „Elster-Natoureum“ zum Erlebnis werden.

Am 24.11.2005 überreichte Bodo K. Scholz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Heilbäderverbandes e. V., dem Bürgermeister Thomas Richter vier Urkunden für vom „Haus des Gastes Bad Liebenwerda“ eingereichte Wellnessangebote. Ab sofort wurden die mit dem Gütesiegel „Wellness im Kurort“ zertifizierten Angebote der Kurstadt in den Katalogen und auf der Internetseite des Deutschen Heilbäderverbandes sowie auf Messen bundesweit beworben. Das Gütesiegel garantiert Erholung und Entspannung auf höchstem Niveau und beschreibt Leistungsmerkmale, die ausschließlich nur Kurorte bieten.

Am 05. Januar 2006 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda unterzeichnet. Er beinhaltet das Zusammenwirken der Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda als gemeinsames Mittelzentrum in Funktionsergänzung.

Mit einem Festwochenende vom 26. bis 28. Mai 2006 feierte die Stadt ihre 775jährige Ersterwähnung. Bürger und Gäste, unter anderem auch aus den Partnerstädten Nowe Miasteczko und Lübbecke, erfreuen sich am Freitag nach der Eröffnung an einem Gospelkonzert in der Nikolaikirche.

Den Sonnabend bestimmten Musikveranstaltungen, ein volkstümlicher Handwerks-, Handels- und Bauernmarkt und ein Kinderfest. Das ebenfalls stattfindende traditionelle „Schlauchbootrennen“ der Feuerwehren wurde für den festlichen Anlass um einen Wettkampfpunkt erweitert. Zum Gaudi der Zuschauer paddelten die Bürgermeister des Gewässertourismusverbundes Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück, Mühlberg und Falkenberg um die Wette. Das unter dem Motto „Wir paddeln gemeinsam für unsere Region“ stehende „Rennen der Bürgermeister“ könnte durchaus zur Tradition werden! Eine Abendveranstaltung mit Livemusik und ein Feuerwerk ließ den Tag ausklingen.

Das alljährliche „Brunnenfest“ der Mineralquellen GmbH Bad Liebenwerda und der „Elsterlauf“ bildeten am Sonntag den Abschluss des Festwochenendes.

Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde Pharmazierat Wolfgang Liebe am 17. Juni 2007 für seine Verdienste für die Stadt geehrt. Dem dienstältesten Apotheker Deutschlands wurde auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Titel des Ehrenbürgers zuerkannt. „Der von jeher mit seiner Stadt eng verbundene Apotheker sei immer für die Menschen und seine Stadt da gewesen, mit offenem Herz und mit offener Hand“, so der allgemeine Tenor der Festredner.

Im Oktober 2009 wurde der Ersatzneubau der seit 2006 gesperrten Brücke über den Mühlgraben frei gegeben.

Die nur Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehaltene Brücke wurde aus Bongossi gefertigt. Sie dient der „kurtouristischen“ Verbindung der „Südstadt“ mit dem Kurpark, vor allem in Richtung „Haus des Gastes“.

Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde im Mai 2010 im Rahmen des traditionellen Brunnenfestes der Geschäftsführer der Mineralquellen GmbH Horst Kuhl zum Ehrenbürger ernannt.

Er war und ist Garant für die erfolgreiche Entwicklung der Mineralquellen GmbH, dem größten Arbeitgeber unserer Stadt. Das Image des Unternehmens wirkt zudem weit über die Grenzen des Landes Brandenburgs hinaus und trägt dazu bei, Bad Liebenwerda bekannt zu machen.
Horst Kuhl hat sich mit Geradlinigkeit, Konsequenz und Engagement um die Entwicklung der Stadt Bad Liebenwerda verdient gemacht.

Hochwasser in Bad Liebenwerda und Umgebung – Katastrophenalarm im Elbe-Elster Kreis

Mit einem historischen Pegelstand von über 3,50 Metern forderte die Schwarze Elster die Freiwillige Feuerwehr, die aus vielen Teilen Brandenburgs herangezogenen Hilfskräfte und die vielen freiwilligen Helfer bis zur Erschöpfung.

Mehr als 800 Helfer waren im Einsatz, 150 000 Sandsäcke wurden in das Hochwassergebiet gebracht. Immer wieder mussten Sickerstellen beseitigt und schadhafte Dämme stabilisiert werden. Fieberhaft wurde ein Ersatzdeich in Zobersdorf gebaut. Die Vorbereitungen zur Evakuierung der Innenstadt wurden getroffen. In der kritischsten Zeit (vom 28. September bis 1. Oktober 2010) waren ca. 250 Feuerwehrleute und freiwillige Helfer allein aus Bad Liebenwerda und den 13 Ortsteilfeuerwehren im Einsatz. Feuerwehren aus dem Landkreis Teltow-Fläming und den Städten Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde, Polizeieinheiten mit Schlauchbooten aus Potsdam sowie das THW unterstützten unsere Einsatzkräfte.

In den darauf folgenden Tagen blieb die Situation sehr kritisch, auf eine Evakuierung konnte jedoch letztendlich verzichtet werden, da es den Einsatzkräften gelang, die Deiche abzusichern.

Abschluss einer umfassenden Restauration des Lubwartturms im Oktober 2011
Ein Investitionsaufwand von 500.000,00 € war nötig, um das 800 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt zu sanieren. Besucher können nun über eine neue Treppenanlage und ein Ausstiegshäuschen die Aussichtsplattform erreichen. Auch das Äußere des Turmes ist wieder originalgetreu. Der im Jahr 1965 zum Schutz vor dem Verfall aufgetragene Betonputz wurde entfernt und so das Ziegelmauerwerk wieder sichtbar gemacht. Kommende Generationen können nun an dem markanten Wahrzeichen noch ihre Freude haben.

Bürgermeisterwahl 2012
Bürgermeister Thomas Richter ging aus der am 03. Juni 2012 stattgefundenen Bürgermeisterwahl mit 63,78 % der Wählerstimmen als Sieger hervor. Er verlängerte somit als erster Bürgermeister nach der Wende seine Amtszeit um weitere 8 Jahre. Thomas Richter setzte sich bereits im 1. Wahlgang gegen die Mitbewerber Hubert Blaas (Die Linke) und Johannes Berger (parteilos) durch. Beide Mitbewerber sind Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Johannes Berger hat dort die Position des Vorsitzenden inne, während Hubert Blaas Vorsitzender der Fraktion „Die Linke“ ist und gleichzeitig als stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung fungiert.

Kurstadtstatus wurde bestätigt
Nach einer Visitation des Landesfachbeirates für Kur- und Erholungsorte des Landes Brandenburg (LFB) im September 2013 wurde über die staatliche Anerkennung von Bad Liebenwerda als „Ort mit Peloidbetrieb“ befunden und ein überaus positives Votum abgegeben.

Der Kurstadt wird darin eine „erfreuliche und überzeugende Fortentwicklung der Kurortinfrastruktur“ bescheinigt und eine „herausragende Bedeutung für die medizinische Versorgung der Region und über die Landesgrenzen Brandenburgs hinaus“ zuerkannt.

Rösselpark eröffnet
Nach langjährigen Bemühungen um die Errichtung eines Einkaufszentrums auf der Freifläche am Nordring, wurde am 4 Juni 2014 im Beisein des niederländischen Investors, beteiligter Firmen, der Mieter der Verkaufs- und Geschäftsräume, Vertretern der Stadtverwaltung und vieler Bürger der „Rösselpark“ seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Thomas Richter hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Einkaufszentrums für die Stadtentwicklung, die Belebung der Innenstadt und die bessere Versorgung der Bevölkerung der gesamten Kurstadtregion hervor.

2016-Heute

Unsere Stadtgeschichte von 2016 bis heute
Kurstadtregion-BeschlussEin historischer Beschluss zur Kurstadtregion wurde in Falkenberg am 10. November 2016 gefasst. In einer gemeinsamen Sitzung in Falkenberg erklärten die Vertreter der Stadtverordnetenversammlungen von Bad Liebenwerda, Falkenberg, Mühlberg und Uebigau-Wahrenbrück ihre Bereitschaft, sich zu einer Amtsgemeinde zusammenzuschließen. Nun sei es daran, einen gemeinsamen Weg zu gestalten, in dessen Mittelpunkt die Bürgernähe stehen solle.

Mit dieser Absichtserklärung entspricht die Kurstadtregion dem Leitbild der Landesregierung, die im Zuge der Verwaltungsstrukturreform das Modell der Amtsgemeinde favorisiert. Die anwesende Staatssekretärin aus dem Ministerium des Inneren bestärkte die vier Städte in ihrem Vorhaben und verwies auf die Notwendigkeit der Veränderungen der kommunalen Strukturen in Brandenburg.

Die Kurstadtregion übernimmt damit eine Vorreiterrolle im Land Brandenburg.